1. Haus in der vedischen Astrologie
Das bhava 1, Tanu, ist der Körper und das Lagna, das aufgehende Zeichen deiner Geburt, dessen genaue Uhrzeit sehr ins Gewicht fällt.
Tanu, der Körper: So heißt das bhava 1, das erste Haus des vedischen Horoskops. Es fällt mit dem Lagna zusammen, jenem Zeichen, das zur genauen Stunde und am genauen Ort deiner Geburt über den Horizont stieg. Ein Zeichen braucht fast zwei Stunden, um aufzusteigen, ein Grad etwa vier Minuten, je nach Breitengrad. Deshalb zählt eine präzise Uhrzeit so viel.
Das Haus spricht von Gestalt und Ausstrahlung, von Vitalität, vom Temperament, das du mit auf die Welt gebracht hast, und davon, wie du durch Freud und Leid gehst. Surya ist sein Signifikator. Es ist zugleich Kendra und Trikona, was seinem Herrscher eine Sonderstellung gibt. Guru und Budha finden hier ihre Richtungskraft, und das Lagna gilt als stark, wenn der Herrscher des Lagna oder einer dieser beiden Planeten darin steht oder es anblickt.
Für die Einteilung der Häuser hast du zwei Möglichkeiten. Du kannst in ganzen Zeichen zählen, vom Lagna aus: Jedes Zeichen bekommt sein Haus. Du kannst aber auch Bhavas von ungleicher Breite berechnen, je nach Breitengrad, mit ihrer Mitte als stärkstem Punkt. Beide Wege bestehen nebeneinander.
Schließlich kannst du dasselbe Haus auch vom Zeichen des Chandra aus lesen. Es gibt sogar besondere Lagnas, für die man das Horoskop jedes Mal neu ausrichtet.
Die Achse des 1. Hauses
Wenn Rahu im ersten Haus steht, dem Bhava 1 mit dem Lagna, stehen zwei Deutungen gegeneinander, und jede hält einen anderen Zug fest. Die einen sehen darin Stärke. Die anderen sehen einen harten Charakter, kaum vom Mitgefühl berührt, jedenfalls im Allgemeinen. Diese zweite Gruppe kennt zwei mildere Fälle: ein Wohltäter, der Rahu anblickt, oder der Knoten im Zeichen der Sonne. Dann wird das Leben als angenehmer beschrieben. Ketu sitzt direkt gegenüber im siebten Haus, dem Bhava 7, und wird mit Rücksichten verbunden, die du erwartest, ohne dass dein Umfeld sie dir entgegenbringt.
Die beiden Mondknoten stehen sich immer gegenüber. Trotzdem liest man jeden für sich, Haus für Haus, und die Häuser zählt man in ganzen Zeichen ab dem siderischen Lagna.